Erfahrungsbericht: 1 Jahr Blog

Nach einem Jahr Blog ist es Zeit für ein kurzes Innehalten – wie hat sich das Projekt bislang entwickelt? Knapp 4.700 Besucher und 12.200 Views stellen für mich keinen üblen Start für ein junges Projekt dar. Doch es gibt bedauerlicherweise auch Schattenseiten.

Arbeitsaufwand für das Blog

Das Blog einzurichten hat – mit reichlich fachlicher Unterstützung aus dem engeren Kreis – ungefähr 40 Stunden in Anspruch genommen, zum Glück jedoch nur einmalig. Zurzeit wende ich etwa 1-2 Stunden pro Woche für den jeweiligen Blogeintrag selbst auf. Im Schnitt kommt ungefähr jede zweite Woche eine weitere Stunde hinzu, in der ich alle möglichen anderen Arbeiten erledige: SEO checken, Einträge auf anderen Seiten schreiben, passende Verlinkungen und weiterführende Informationen für meine eigene Seite suchen, Statistiken betrachten, so gut es geht die Werbetrommel rühren …

Kosten & Verdienst

Ausgaben: ~ 80 €

Einnahmen: 1,90 €

Die Kosten setzen sich zusammen aus Gebühren für Hosting und SSL-Verschlüsselung sowie Impressumservice. Grundsätzlich in der Summe verschmerzbar, trotzdem ist das Ziel, dass sich das Blog zumindest selbst trägt.

Zum Thema Geldverdienen mit dem eigenen Blog gibt es später noch einmal einen Eintrag, daher hier nur in Kürze:

  • Geldverdienen durch Zahlungen der VG-Wort für die Texte:

Meine Texte erfüllen zwar die Kriterien, doch zurzeit habe ich noch nicht genug Besucher, um das Anrecht auf eine Auszahlung zu haben. Dafür sind mindestens 1800 Views pro Kalenderjahr notwendig. Das Kalenderjahr ist hier auch das Problem: Es werden nicht einfach 12 Monate ab Veröffentlichung gerechnet, sondern die bis zum Jahresende verbleibenden, was einem Text Anfang Januar wesentlich bessere Chancen einräumt als Ende September, völlig unabhängig von allen anderen Kriterien.

  • Geldverdienen durch Spenden:

Vor ca. 9 Monaten habe ich einen einfachen „Keks spendieren“-Button von Tiny eingebaut, der datensammelfrei eine kleine Spende via PayPal ermöglicht, wie hoch entscheidet jeder selbst. Leider hat diese Möglichkeit bislang tatsächlich kein einziger Besucher genutzt. Angesichts der Zahlen etwas enttäuschend, allerdings bestätigt es damit auch meinen Eindruck des „Werts“ bzw. der Wertschätzung von Texten. Schade.

 

  • Geldverdienen via GoogleAdsense:

Ebenfalls vor knapp 9 Monaten habe ich je zwei Plätze pro Seite für möglichst leserfreundliche Werbung eingerichtet und stelle diese seitdem Google zur Verfügung. Was soll ich sagen – im Gegensatz zum gewünschten Image ist Adsense weder einfach einzurichten noch serviceorientiert (womit ich meine: Es existiert keiner) noch lukrativ. Google scheint offensichtlich eine sehr andere Besucherzählung zu nutzen … interessanterweise tauchen nicht einmal Klicks auf, die Freunde auf meine Bitte hin in meiner Anwesenheit getätigt haben. Auch dazu später mehr. Fazit: 1,90 €. Allerdings „können“ diese nicht ausgezahlt werden, da die Auszahlungsgrenze 70 € beträgt. Da sehe ich schwarz – aber wer weiß, vielleicht tut sich ja noch etwas.

Fazit

Kosten und Arbeit für dieses Blog sind zwar relativ übersichtlich, aber auch nicht zu unterschätzen, denn Kontinuität bei den Beiträgen ist sehr wichtig. Spaß am Schreiben und Informieren sollte bei einem solchen Projekt also auf jeden Fall gegeben sein. Trotzdem sollten sich Blogger keinen Illusionen hingeben, was Einnahmen und Resonanz betrifft: Werbeanbieter wie Google wollen zwar Werbung schalten, aber kaum noch bezahlen oder sich um die richtige Auslieferung kümmern. Und Leser sind stark durch Konsum von Flatrate- oder Gratisangeboten geprägt. Dass Information und Zeit nicht umsonst sind, wird dabei häufig vergessen.

 

Meine Wertung:      Fragezeichen

 

Links zum Weiterlesen:

https://www.selbstaendig-im-netz.de/blogs/bloggt-ueberhaupt-noch-jemand-und-lohnt-sich-ein-blog-heute-noch