Homeoffice – Schlechte Erfahrung (Teil I)

Viele Jobs, die in Homeoffice erledigt werden können, sind schlecht bezahlt, langweilig und bieten keinerlei Aufstiegschancen. Aber es geht auch noch schlimmer: Es gibt Jobs, die ihre „Arbeitnehmer“ zu Kriminellen machen, die Geldwäsche für sie betreiben. Und zwar ohne, dass diese es überhaupt wissen. Klingt absurd? Ich verrate dir, wie es gemacht wird.

Wenn du nach Homeoffice suchst, wirst du früher oder später auf Stellen mit einer ähnlichen Beschreibung wie dieser hier stoßen:

Die Anzeige

Wir sind ein (lobendes Adjektiv) Team was stets immer weiter wächst und suchen auf diesem Wege x Mitarbeiter die unterschiedliche Digitale Produkte bewertet / Homepages testet / Daten eingibt.

Quereinsteiger sind gerne gesehen, weil eine umfangreiche Einarbeitung erfolgt!!!

Unbefristete Einstellung auf Teilzeit/Vollzeit oder 450€ Basis

Stundenlohn: Meistens 10-14 €

Ihre Aufgaben:

Sie Bewerten die Produkte unserer Start Up Kunden und geben denen Hilfestellungen.

Sie kommunizieren mit unseren Kunden und geben denen Tipps und Tricks, was Sie besser machen können mit derer Homepage / Produkten / Ideen. Hier kann aber auch „Dateneingabe“, „Recherche“ oder etwas anderes Unkompliziertes stehen.

Sie arbeiten entspannt von Zuhause aus und können Ihre Arbeitszeit selbst aufteilen.

Was wir von Ihnen erwarten:

Sie sollten stets zuverlässig sein und die Deutsche Sprache beherschen.

Zudem sollten Sie einen Internetzugang besitzen und ein Smartphone oder Notebook.

Was wir bieten:

Wir bieten einen guten Stundenlohn, denn unsere Kunden schätzen unsere Arbeit.

Bei uns kann man sich weiterentwickeln und Sie entscheiden selbst wie viel Sie verdienen.

Oft finden sich solche Anzeigen in eher informellen Börsen, allen voran Ebay-Kleinanzeigen. Dazu sind eine Firmenadresse und eine Handynummer oder Emailadresse angegeben. Manchmal existiert auch eine Homepage. Das sieht grundsätzlich nicht falsch aus und erfüllt alles, was sich der hoffnungsvolle angehende Heimarbeiter nur wünschen kann: Flexibilität, faire Bezahlung, keine schwierige Arbeit. Also auf – Bewerbung schreiben.

Wenn eine Antwort kommt, ist sie sehr freundlich, es werden kaum Daten angefordert – lediglich ein kurzer Lebenslauf und die Bankdaten. Alles geht erstaunlich schnell, die Arbeitsstunden darf man sich selbst eintragen und alles geht im Homeoffice. Auf Rückfrage zu den Aufgaben versichert der „Arbeitgeber“, dass diese ganz leicht zu erledigen seien. Es sei auch nicht schlimm, wenn man nur wenige Stunden in der Woche erübrigen könne. Auch für kritische Rückfragen gibt es zumeist scheinbar logische Antworten: Mangelnde Bekanntheit wird mit dem jungen Alter des Unternehmens begründet, die kaum notwendigen Qualifikationen mit der Einfachheit der Arbeit, die augenscheinlich sehr guten Konditionen mit dem Wunsch nach Fairness […].

Und dann?

Homeoffice als Straftat?

Dann bist du, ohne es zu wissen, „Finanzagent“ in Homeoffice. Oft findet sich irgendwo im Vertrag eine kurze Klausel, dass dein Konto mit deinem Einverständnis zum „Zwischenparken“ geschäftlicher Summen genutzt werden darf. Selbstverständlich gegen eine kleine Provision für dich. Der Hinweis kann aber auch fehlen, dann kommt es früher oder später zu „versehentlichen“ Überweisungen auf dein Konto, die du natürlich an das „richtige“ Konto überweisen sollst. Mit einer Entschuldigung und einer kleinen Entschädigung für die Unannehmlichkeiten …

In dem Moment, in dem du die Summe weiterüberweist, hast du dich bereits strafbar gemacht. Denn in Wirklichkeit gibt es weder eine echte Firma noch einen Job. Der ganze Aufbau dient lediglich dem Waschen und Verschleiern von Geldern aus illegalen Geschäften, häufig von oder auf Auslandskonten. Das Strafmaß für die sogenannte „leichtfertige Geldwäsche“ (§ 261 StGB) beträgt bis zu fünf Jahre Haft. Variationen bestehen beispielsweise in dem vermeintlichen Umpacken oder Kontrollieren von Waren oder Postsendungen und weiteren Dienstleistungen. Teil 2 folgt nächste Woche … (*klick*)

Meine Wertung:    

Links zum Weiterlesen:

https://www.e-recht24.de/news/strafrecht/10547-geldwaesche-finanzagent-job-strafbar.html

https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/betrug/artikel.400419.php

https://www.niederlausitz-aktuell.de/brandenburg/46330/polizei-warnt-machen-sie-sich-nicht-strafbar-werden-sie-nicht-zum-geldwaescher.html