Erfahrungsbericht Content.de (Teil II)

 

Letzte Woche habe ich den ersten Teil meines Erfahrungsberichts rund um die Textbörse Content.de eingestellt, nun gibt es den zweiten Teil mit den Vorteilen, Nachteilen und meinem Fazit.

Den ersten Teil findest du hier: *klick*

Vorteile bei Content.de

  • Abgabefristaussetzung an Sonntagen und bundesweiten Feiertagen.
  • Flexibles Arbeiten von Zuhause aus in gewünschter Menge und in den Themen, für die du begabt bist oder an denen du Interesse hast.
  • Möglichkeit, als Expertentexter zu besseren Konditionen und mit besserer Auffindbarkeit zu arbeiten.
  • Es können mehrere Aufträge reserviert und auf die Art effizienter geplant und gearbeitet werden.
  • Schnelle und häufige Überweisung (gratis bis 4x im Monat) via Überweisung ab 10 Euro.
  • Das Team von Content.de antwortet schnell und freundlich. Meistens.

Nachteile & Ärgernisse von Content.de

  • Die Herauf- und Herabstufung ist vollkommen willkürlich. Wann überhaupt eine Überprüfung stattfindet, ist nicht transparent. Die Einordnung der Texte wird zwar im Text begründet – aber die Kriterien sind, vorsichtig ausgedrückt, dünn. Beispielsweise finden sich vermeintliche „Stilfehler“, die auf Vorgaben der Auftraggeber zurückzuführen sind.
  • Die Bezahlung ist eine Katastrophe. Das lässt sich nicht schönreden, auch wenn es mit allerlei Ausreden versucht wird. In allen Sternestufen unterhalb von 4** lässt sich nicht einmal der Mindestlohn erreichen, wenn du nicht extrem schnell textest. Bei den Stufen 2-4 ist es sogar dann unmöglich. Mehr zum Thema Vergütung von Texten findest du in meinem dazugehörigen Artikel.
  • Das berühmte „Kontakte knüpfen“ ist unmöglich, da jeder Datenaustausch von Content.de verboten (und via Software überwacht) ist. Das ist zwar unternehmerisch nachvollziehbar, heißt aber, dass du bei Content.de feststeckt. Es ist auch nicht möglich, Referenzen zu erwerben, da dein Name nicht unter deinen Texten auftauchen wird.
  • Die Kommunikation von Content.de findet leider selten auf Augenhöhe statt. Da wirst du schon mal gerügt, wenn du unverschämten Kunden zu direkt (ich meine nicht beleidigend) antwortest. Auch sonst entsteht der Eindruck, nicht übermäßig geschätzt zu sein, frei nach dem Motto „friss oder stirb“ – es gibt genug andere.
  • Wenn deinem Auftraggeber dein Text nicht passt, nimmt er ihn nicht an. Im Gegensatz zu Textbroker muss er das nicht zwingend begründen und auch nicht bezahlen. Das Argument ist „ein Vertrag kommt erst zustande, wenn der Kunde den Text angenommen hat“. Gesetzlich gilt diese Regelung allerdings für Maßanfertigungen nicht – und Texte auf Basis eines Briefings sind Maßanfertigungen. Leider interessiert die Rechtslage das Unternehmen bislang nicht. Nach ausführlicher Überprüfung, dass auch wirklich kein Fehler vorhanden ist … bekommst du trotzdem kein Geld. Das Team von Content.de ist lediglich so nett, den Auftrag dann nicht in deiner Stornoliste aufzuführen. Fraglos unterste Schublade.
  • Oft sind einfach nicht ausreichend passende Aufträge vorhanden, sodass du die eigene Kapazität nicht sinnvoll ausnutzen kannst. Hinzu kommt, dass die Werbeaussage, auf Akquise und anderen Zeitverlust verzichten zu können, so nicht korrekt ist. Allein das Durchsuchen der Aufträge kostet Zeit, hinzu kommen Kundenkommunikation und –anfragen – die nur in einem Bruchteil der Fälle zu einem Auftrag führen. Zusammen mit der eigenen Buchhaltung rechne ich für diese Punkte mindestens zwei unbezahlte Stunden pro Woche ein.

Fazit

Die Idee, Auftraggeber und Texter auf einer Plattform zusammenzubringen und die zeitraubende Arbeit rundherum wenigstens teilweise zentral zu erledigen, ist wunderbar. Auch nachvollziehbar ist, dass Texter dafür finanzielle Abzüge in Kauf nehmen müssen. Leider nutzt Content.de diesen Umstand aus, um Löhne auf dem Niveau bemitleidenswerter indischer Textilarbeiter durchzusetzen. Ich kann Content.de daher leider nicht weiterempfehlen – der Service ist bestenfalls als Lückenfüller geeignet. Nicht verschweigen möchte ich aber, dass andere Textbörsen an dieser Stelle nicht besser sind. Daher: Nutze es, wenn du musst, aber suche dir besser bezahlte, besser respektierte Arbeit, sobald du kannst.

 

Meine Wertung:    Bewertung Schlecht

 

Zum Weiterlesen:

 

https://de.trustpilot.com/review/content.de