Erfahrungsbericht: Workgenius (Teil I)

Eigene Erfahrung?

Workgenius ist aus dem Vorgängerunternehmen My Little Job hervorgegangen und gehört zur 2012 gegründeten Mylittlejob GmbH. Die Idee: Personalintensive Aufgaben von Unternehmen auf viele Mikrojobber aufzuteilen, klassisches Crowdworking in Homeoffice also. Dabei sollte es sich um Studenten verschiedener Richtungen mit unterschiedlichen Qualifikationen handeln. Seit dem Neustart wirbt das Unternehmen auch damit, Freiberufler unterschiedlicher Fachbereiche zu beschäftigen. Das klang für mich gut – hier lest ihr, ob sich diese Annahme bestätigen konnte.

Gesamtverdienst: theoretisch 20,89 – praktisch 19,89 € (4 Monate Mitgliedschaft)

Verdienst pro Jahr: Entfällt

Verdienst pro Stunde: sehr variabel 

Anmeldung und Qualifizierungen

Für die Anmeldung registriert man sich, dann erfolgt die Freischaltung. Theoretisch zumindest. Ich habe mich als Freiberufler in Sachen Texterstellung angemeldet – damit begann das Warten. Nach zwei Wochen schrieb ich eine Mail und fragte, wie es denn nun mit meiner Freischaltung aussähe. Noch einmal einige Wochen (!) später erhielt ich als Antwort die Frage, was ich denn auf der Plattform machen wollen würde … Ich antwortete (erheblich irritiert), dass ich mich als Texterin in meinem Fachbereich beworben hätte. Daraufhin erfolgte immerhin die Freischaltung. Allerdings hatte ich zu dem Zeitpunkt bereits den Eindruck gewonnen, dass Workgenius nicht übermäßig interessiert war. Zu meiner Überraschung glich meine Einstufung dann auch der eines Studenten – obwohl ich mich als Freiberufler mit zu dem Zeitpunkt vierjähriger Berufserfahrung beworben hatte.

Aufträge bei Workgenius

Anhand der Selbstbeschreibung hatte ich mich darauf gefreut, mich gut bezahlten Textaufträgen in meinem Fach widmen zu können. Demzufolge klickte ich mich in den Bereichen sofort zu den Texten weiter. Die übrigen Kategorien waren Übersetzung, Transkription, Analyse, Datenerfassung, Grafik, Lektorat, Recherche, Umfragen, Lead-Recherche, Programmierung und Sonstige. Im Bereich Texten standen mir bei meinen Besuchen für gewöhnlich 40-100 Aufträge zur Verfügung. Allerdings habe ich nie einen einzigen bearbeitet. Warum?

 

  • Es gibt keine Kategorien, nach denen sich die Aufträge sortieren lassen, weder inhaltlich noch zeitlich oder bezogen auf Auftraggeber oder Länge – sehr unübersichtlich.
  • Es ist keinerlei (!) Kontakt zum eigentlichen Auftraggeber, also auch keine Rückfrage möglich – warum das ein Ding der Unmöglichkeit ist, muss ich nicht weiter erläutern.
  • Die angegebenen Bearbeitungszeiten sind absurd kurz. Nur selten sind überhaupt 1-1,5 Tage eingetragen, zumeist liegen die Fristen aber bei unter 10 Stunden – bei Texten zwischen 300 und deutlich über 1000 Wörtern. Planen? Überarbeiten? Unmöglich.
  • Es sind keine sinnvollen Briefings vorhanden. Um überhaupt weitere Informationen zu bekommen, muss zu jedem Auftrag ein Exceldokument (!!) heruntergeladen werden. In diesem stehen dann jedoch alle Aufträge des Auftraggebers mit Keywords und – gelegentlich – einem Kommentar. Hier musst du erst mühsam den richtigen Auftrag suchen. Abgesehen davon, dass ein Tabellenkalkulationsprogramm denkbar ungeeignet als Briefingformular für Texterstellung ist, dauert es auf diese Art ca. eine Stunde, um ein halbes Dutzend Briefings zu lesen. Absolut unzumutbar.

 

Aufgrund dieser Umstände habe ich mir die anderen Kategorien angesehen – grundsätzlich nehme ich auch Aufträge aus den Bereichen Umfrage, Datenerfassung oder Recherche an. Überhaupt Aufträge fand ich lediglich in den Kategorien „Datenerfassung“ und „Umfragen“, jeweils ungefähr ein Dutzend. Alle anderen waren nahezu immer leer. Für die  war jedoch generell ein bestehendes Konto bei verschiedenen Anbietern (Versicherungen, Energieunternehmen) erforderlich, also kam sie nicht infrage. Daher wandte ich mich den Umfragen zu, von denen ich in den folgenden Monaten auch drei erledigte. Allerdings handelt es sich, meiner persönlichen Meinung nach, dabei nicht tatsächlich um Umfragen, sondern ausschließlich um Fake-Aufträge (was das ist, liest du hier: *klick*), hinter denen andere Zwecke stecken.

Der zweite Teil meines Workgenius-Erfahrungsberichts mit den Themen „Vergütung“ und „Besonderheiten“ sowie einem Fazit folgt nächste Woche! (*klick*)

 

Meine Wertung:     

 

Zum Weiterlesen:

https://miss-booleana.de/2013/06/15/mylittlejob-erfahrungen-nach-zwei-monaten/