Textbörse: Wie funktioniert das?

Eine Methode, von zuhause aus flexibel Geld zu verdienen, besteht im Verfassen von Texten. Kunden hierfür kannst du einerseits über Freiberufler-Portale, andererseits über Textbörsen gewinnen. Hier soll es nur um sogenannte Textbörsen gehen.

Anmeldung

Die Anmeldung bei einer Textbörse erfordert lediglich deine Kontaktdaten und einige Details zu deiner späteren Textarbeit. Letzteres umfasst beispielsweise berufliche Erfahrung, Fachgebiete, Reisen, Sprachen, persönliche Interessen und Hobbys – Gebiete, auf denen du glaubst sinnvolle Texte schreiben zu können. Oft kannst du diese einfach anklicken. Weiterhin gibt es häufig freie Bereiche für Textproben oder eine individuelle Vorstellung. Persönlich rate ich dazu, alles auszufüllen, was du nicht als privat erachtest, denn das ermöglicht es Kunden, dich zu finden. Außerdem minimierst du damit (idealerweise) die unpassenden Kundenanfragen – mehr noch als in anderen Jobs ist hier Zeit Geld.

Probetext und Einordnung

Als nächstes reichst du einen Probetext der gewünschten Länge ein. Anhand dieses Beispiels wirst du in eine der Qualitätskategorien eingeteilt – und da bleibst du erst einmal (also besser Mühe geben!). Die Kategorie bestimmt, auf welche Texte du Zugriff hast, je nachdem welche Schreibqualität der Kunde wünscht (und sich kosten lassen will). Texte unterhalb deiner Kategorie kannst du immer annehmen, ich würde das jedoch vermeiden, denn die Bezahlung hängt von der Kategorie ab, nicht von deiner Leistung. Um in eine höhere Kategorie eingeordnet zu werden, musst du auf eine Überprüfung deiner Texte warten. Wann oder wie oft diese stattfindet, darüber schweigen sich die Börsen gerne aus, beziehungsweise die Angaben sind eher kryptisch. Die höchste Kategorie kannst du getrost als unerreichbar betrachten, wenn du nicht den Status „Germanistikgott“ für dich reserviert hast. Allerdings munkeln viele Texter, die Einteilung erfolge ohnehin eher nach benötigter Autorenzahl.

Open Orders & Direct Orders

Wenn du mit all dem fertig bist, kannst du dir den ersten Auftrag suchen. Das geschieht normalerweise via „Auftragspool“, den du dank entsprechender Filter (Kategorie, Zeit, Länge etc.) auch etwas eingrenzen kannst. Der Preis ist für jede Kategorie, bei anderen Portalen für jeden Auftrag separat festgelegt. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit der „Direct Orders“, das bedeutet, dass dir ein Kunde einen Auftrag direkt zuweist, den du annehmen oder ablehnen kannst. Deinen Preis für ein Direct Order legst du im Vorfeld selbst fest, unter Umständen auch kundenspezifisch.

Aufträge bei Textbörsen

 Jeder Auftrag in einer Textbörse ist mit einer automatisch ablaufenden Abgabefrist versehen. Dazu mit einer minimalen und maximalen Wortzahl (die auch dieselbe sein kann), wobei es normalerweise möglich ist, letztere zu überschreiten (unbezahlt, versteht sich), optional auch mit Keywords in gewünschter Anzahl. Auf diese ist besonderes Augenmerk zu richten, denn theoretisch kann man sie zwar mit Stoppwörtern und Flexion ausstatten, praktisch vergessen das viele Auftraggeber. Stoppwörter einbauen zu dürfen bedeutet, dass bestimmte Wörter in als Keywords eingegebenen Phrasen vorkommen dürfen. Beispiel: Keyword ist „Aquaplaning Winter“, genutzt werden darf auch „Aquaplaning im Winter“. Flexion ist die grammatikalische Anpassung. Beispiel: Keyword ist „Mops“, genutzt werden darf auch „Möpse“. =)

Aufträge können nur abgegeben werden, wenn jedes Keyword in der gewünschten Anzahl genutzt und die Mindestwortzahl geknackt ist. Allerdings beinhalten Aufträge normalerweise auch unzählige weitere Anweisungen Tonalität, Leseransprache, Quellen, gewünschtes Textziel […] betreffend, die ebenfalls eingehalten werden müssen. In einigen Portalen kommen Anforderungen an die html-Formatierung der Texte wie Überschriften und Fetten hinzu.

Kundenkontakt in Textbörsen

Der Kontakt mit Kunden ist seitens der Börsen streng auf die internen Kontaktmöglichkeiten reduziert. Klarnamen, Emailadressen, Telefonnummern oder irgendeine andere Information auszutauschen, die den externen Kontakt ermöglicht, führt zum Rausschmiss. Und ja, die Nachrichten werden dahingehen kontrolliert. Grund ist, dass die Börsen ~ 35% Provision kassieren – für jeden Text, sogar jeden Bonus. Entsprechend scharf wird seitens der Textbörsen auf „Abwerbeversuche“ reagiert. Selbstredend wirst du vor Abgabe eines Textes verpflichtet, auf jedwede Nutzungsrechte sowie die Angabe deines Namens unter deinem Text zu verzichten …

Und noch?

Du merkst es schon selbst – Textbörsen sind kein einfaches Thema. Deshalb werde ich in den kommenden Wochen und Monaten mehr Beiträge rund um das Online-Texten veröffentlichen – speziell über Vergütung, Kunden, Ärgernisse, unmoralische Angebote und die einzelnen Börsen.

 

Meine Wertung:   

 

Zum Weiterlesen:

https://www.plejadium.de/real-life/ich-mein-ja-nur/textbroker-erfahrungsbericht/