Textbörsen: Pro und Contra

Bieten Textbörsen einen seriösen Verdienst in Heimarbeit?

Viele Textbörsen werben online um Autoren. Die größten und bekanntesten unter ihnen sind Textbroker und Content (ehemals Textox). Vermeintlich neutrale Artikel auf Heimarbeitsseiten bescheinigen den Börsen Seriosität und angehenden Textern eine gute Gelegenheit zum Geldverdienen. Aber ist das wirklich so? Was spricht dafür und was dagegen, als Freelancer für eine Textbörse zu arbeiten?

Textbörsen Pro

  •  Flexible Zeiteinteilung: Von den Auftragsfristen abgesehen, ist es möglich die Arbeitszeit vollkommen frei zu bestimmen.
  • Flexible Arbeitsbelastung: Aufträge können in der gewünschten Menge angenommen und Pausen nach den eigenen Bedürfnissen eingebaut werden.
  • Textinhalte, -gattungen und –längen sind sehr unterschiedlich, die Auswahl kann anhand eigener Interessen und Kenntnisse getroffen werden, dadurch entsteht Abwechslung.
  • Je nach Gebiet kannst du bei jeder Textrecherche etwas hinzulernen und stößt auf interessante Informationen und Neuigkeiten.
  • Homeoffice: Lediglich PC oder Laptop, Internetverbindung und Bankkonto werden benötigt, kein weiteres Zubehör, keine Investitionen.
  • Sichere Bezahlung: Textbörsen wirken als Mittler zwischen Kunden und Textern und kümmern sich auch um die Zahlungsabwicklung, die gewöhnlich schnell und zuverlässig erfolgt.

Textbörsen Contra

  •  Wer Auftraggeber halten will, muss ihre Texte regelmäßig und zuverlässig annehmen – das schränkt die eigene Flexibilität ein, je mehr, desto mehr Kunden bedient werden wollen.
  • Eine Trennung von Arbeit und Freizeit oder ein klarer „Feierabend“ sind nicht mehr möglich, Fristen können auch nachts oder sonntags auslaufen.
  • Wenn keine Textaufträge zu den eigenen Themen online stehen oder z. B. Sommerferien-Auftragsflaute herrscht, hast du Pech gehabt. Das heißt, dass es auch tage- oder sogar wochenlang kein Geld geben kann.
  • Zwischenmenschlicher Kontakt existiert nicht, Anerkennung ist selten.
  • Es gibt nahezu keine Aufstiegsmöglichkeiten.
  • Die Bedingungen für Aufträge etc. sind sehr starr und lassen aufgrund der automatisierten Abwicklung und des unpersönlichen Kontakts sowie der schlechten Bezahlung kaum Spielraum.
  • Wenn eine Börse, ob begründet oder nicht, deinen Account sperrt, behält sie häufig alle (!) bis dahin verdienten Gelder, es ist unklar, ob diese durch Rechtsmittel eingeholt werden können.
  • Aufgrund mangelnder Qualität (ob das der Realität entspricht, sei dahingestellt) und der Dumpinglöhne sind „SEO-Sklaven“, wie Börsen-Texter oft wenig schmeichelhaft betitelt werden, nicht gerade beliebt. Sich hiermit bei einer Textagentur zu bewerben, ist nicht unbedingt vorteilhaft oder erfolgreich – selbst wenn es sich oft um ein Vorurteil handelt.
  • Da Textbörsen vollständige Anonymität von Textern und Auftragnehmern fordern, kannst du keine externen Referenzen erwerben. Du wirst deine Texte, egal wie gut sie sind, also nie als Bewerbung für andere Auftraggeber nutzen können, da du nicht beweisen kannst, dass sie von dir stammen.
  • Die Bezahlung ist zumeist unterirdisch und entspricht oftmals weniger als der Hälfte des gesetzlichen Mindestlohns, es existiert ein extremes Missverhältnis zwischen Anforderungen und Vergütung.

Fazit & eigene Erfahrung?

Ich arbeite seit Anfang 2013 für unterschiedliche Textbörsen, vorwiegend Textbroker und Content, in geringerem Umfang auch für Pagecontent, Clickworker und Tipsbytrips. Zudem arbeite ich auch außerhalb von Börsen in der Texterstellung.

Meiner persönlichen Ansicht nach ist eine Tätigkeit für Textbörsen nur eingeschränkt bis nicht zu empfehlen. Wieso, unter welchen Umständen und bei wem, erläutere ich in den folgenden Texten zu Vergütung, Ärgernissen und den einzelnen Börsen.

 

Meine Wertung:    

 

 Links zum Weiterlesen:

 https://www.lektorat-augsburger.de/texter-honorare/

https://mmm.verdi.de/beruf/das-anonyme-heer-der-schreibsklaven-6679

https://omr.com/de/selbstversuch-ich-bin-die-seo-sklavin/