Vergleich: Content.de oder Textbroker?

Im Internet finden sich zahlreiche Textbörsen, in denen du die verschiedensten Aufträge für Kunden bearbeiten kannst. Eins sei vorausgeschickt: Fair bezahlt wirst du bei keiner einzigen. Allerdings gibt es Unterschiede bei den Details. Wenn du also trotz allem Geld mit der Texterstellung verdienen möchtest, hilft es, diese zu kennen. Im Folgenden erwartet dich ein Vergleich zwischen Textbroker und Content.de, den beiden größten Akteuren auf dem deutschsprachigen Markt.

Textbroker

+ Die Sortierung ist etwas übersichtlicher, da nach dem konkreten Datum geordnet werden kann, was die Suche nach neuen Aufträgen erleichtert.

+ Briefings können in der Ergebnisliste schnell auf- und wieder zugeklappt werden, neu zu suchen oder zu laden ist nicht notwendig.

+ Im Vergleich ist die Auftragsauswahl sehr groß und gewöhnlich auch sehr divers, sodass für jeden etwas dabei ist. Aktuell z. B.: 1.783 Aufträge bei Textbroker, nur 142 bei Content.de.

+ Wenn dein Text handwerklich in Ordnung ist und dem Briefing entspricht (Achtung, beides wird eng gesehen!), muss der Auftraggeber den Text auch bezahlen, selbst wenn er sich etwas Anderes vorgestellt hat.

 

– Die Preise und Einstufungen sind niedriger: Bei Content.de kann ich Open Order in Kategorie 4+ für 2,2 Cent pro Wort schreiben, bei Textbroker nur Kategorie 4 für 1,3 Cent. Bei Direct Order habe ich die Erfahrung gemacht, ab ca. 3,5 Cent pro Wort keinerlei Aufträge mehr zu erhalten. Zurzeit habe ich 3,1 Cent pro Wort angesetzt und bekomme trotzdem wenig Angebote. Expertentexter o. Ä. existieren nicht.

– Es kann immer nur ein Open Order auf einmal angenommen werden, was für die Arbeitsplanung wirklich miserabel ist.

 

Bislang von mir geschrieben:         > 520 Texte

Bisheriger Verdienst:                       > 3.600 €

Seit:                                                                 April 2013

Content.de

+ Nachrichten werden in der Benachrichtigung via Mail (dass du eine Nachricht hast) bereits vollständig angezeigt, sodass du sofort weißt, worum es geht und ob du rasch darauf reagieren musst.

+ Sehr schöne, übersichtliche Honorardarstellung (gesamt aktueller Monat, Vormonat) direkt auf der Startseite, auch die Angaben in der Verwaltung sind sehr praktisch dargestellt.

+ Fristen werden über Sonn- und Feiertage automatisch ausgesetzt und nach hinten verlängert.

+ Wer es schafft, als Expertentexter angenommen zu werden, darf deutlich höhere Wortpreise erwarten – im Bereich Medizin schreibe ich zurzeit für 5,1 Cent pro Wort.

+ Es können bis zu fünf Open Order gleichzeitig angenommen werden, sodass du gut „haushalten“ kannst, wann du was erledigst.

 

– Oft ist die Textauswahl schlecht – selbst wenn es dann plötzlich 100 oder 200 Texte sind, sind es häufig nur Katalogtexte, alle gleich, alle kurz und für alle ungeeignet, die keine Produkt- und Katalogtexte schreiben.

– Dein Text ist ohne Makel, alle Angaben des Briefings sind umgesetzt – aber der Auftraggeber möchte trotzdem (gratis!) Korrekturen oder lehnt ihn gar ab? Bei Textbroker muss er bezahlen, bei Content hingegen hast du Pech gehabt und bleibst auf deiner Arbeit sitzen. (Obwohl das rechtlich eigentlich nicht legal ist, da es sich um eine sog. Maßanfertigung handelt …) Gnädigerweise verzichtet Content in dem Fall jedoch darauf, dich mit einem „storniert“ und der zugehörigen Auftragbeschränkung abzustrafen. Trotzdem ein No Go!

 

Bislang von mir geschrieben:         > 240 Texte

Bisheriger Verdienst:                       > 2.900 €

Seit:                                                                April 2015

Der Vergleich: Fazit

Sehr viele Faktoren sind bei den beiden Portalen extrem ähnlich – bis hin zum „Orange“ als Textfarbe für Aufträge. Es gibt aber durchaus Unterschiede, die Beachtung verdienen. Einige sind als Kleinigkeiten zu betrachten, andere – vor allem wenn es um Fairness und Bezahlung geht – sind durchaus entscheidend. Für Textbroker sprechen vor allem die größere Auswahl und die garantierte Auszahlung eines angenommenen Auftrags, sofern keine Fehler vorliegen. Für Content hingegen sprechen die etwas bessere Bezahlung und die Entfristung an Sonn- und Feiertagen. Nichtsdestotrotz ist es bei beiden noch ein weiter Weg hin zu fairen, nachhaltigen Anbietern, darüber kann auch technischer Schnick-Schnack nicht hinwegtäuschen. Es bleibt zu hoffen, dass speziell in puncto Dumping-Löhne bald ein Umdenken einsetzt.

 

 Meine Wertung:    Bewertung Schlecht

 

Links zum Weiterlesen:

https://www.eisy.eu/anmeldung-bei-textbroker-und-content-de/