Erfahrungsbericht: LifePoints

Eigene Erfahrung?

LifePoints gehört zur Kantar-Gruppe, einem der größten Umfrage-Anbieter auf dem Markt. Dabei handelt es sich um den Zusammenschluss der Lightspeed-Portale GlobalTestmarket und MySurvey (die Erfahrungsberichte findet ihr hier *klick* und hier *klick*). Aber was bedeutet das? Ist LifePoints besser oder schlechter? Wurden alte Fehler behoben oder sind neue hinzugekommen? Und wie gut ist die Vergütung?

Gesamtverdienst: 20 €, nicht kontinuierlich bearbeitet (1 Jahr und 1 Monat Mitgliedschaft)

Verdienst pro Jahr: s. o.

Verdienst pro Stunde: 2,71 € (unregelmäßig, Durchschnitt errechnet aus 13 Umfragen)

Pro LifePoints

  • Es gibt sehr viele Umfragen.

Contra Lifepoints

  • Der Support wird vielleicht von Zombies betrieben. Andererseits sind die für gewöhnlich kompetenter. Und freundlicher. Mehr dazu unter „Besonderheiten“!
  • Die Bezahlung ist extrem gering.
  • Die Vergütung schwankt und die Punkte lassen sich, vermutlich absichtlich, nicht eins zu eins in Euro umrechnen. So entsprechen nicht etwa 100, sondern 120 Punkte einem Euro.
  • Auszahlung nicht per Überweisung, trotz Sitz in Europa und Tochtersitz in Deutschland, sondern nur per PayPal und das auch oft reichlich spät.
  • Es häufen sich Berichte über kurzfristige Account-Schließungen vor Auszahlungen, nicht begründete Unterstellungen undefinierter „Regelbrüche“ und technische Probleme.
  • Nur wenige der Umfragen funktionieren. Wahlweise werden unterschiedliche Fehlercodes angezeigt, der Browser (in meinem Fall zumeist Firefox) ist der falsche oder es erfolgt ein Screenout. Dummerweise ist letzteres gerne auch nach ungewöhnlich vielen Fragen der Fall, was den ohnehin niedrigen Stundensatz erheblich drückt. Tatsächlich musste ich oft 10-20 Minuten Umfragen machen, bis ich zu einer gelangte, die tatsächlich erfolgreich bis zum Ende lief.
  • Auf der Übersicht (Dashboard) sind die Angaben zu den angebotenen Umfragen zu lesen, also Zeit und Vergütung. Leider entsprechen diese oft nicht der Wahrheit: Beispielsweise wurde mir dort eine Umfrage von 14 Minuten für 65 LifePoints angezeigt. Das entspricht 54 Cent, also 2,31 Euro pro Stunde. Als ich jedoch das Fenster öffnete, informierte mich der nette Willkommenstext, dass die Umfrage 20-25 Minuten in Anspruch nehmen würde – umgerechnet ein Stundenlohn von 1,56 bis 1,95 Euro. Ungefähr der Mindestlohn in Bulgarien.

Besonderheiten bei LifePoints

Um das neue Institut zu testen, ließ ich brav mein Konto von GlobalTestmarket zu LifePoints migrieren und wartete gespannt auf Einladungen. Tatsächlich trafen bald die ersten Mails ein, mehrere tagtäglich, sogar am Wochenende. Die Überraschung war allerdings groß, als ich die Umfragelinks „Los geht’s!“ anklickte. Denn diese führten gar nicht zu einer Umfrage, sondern stets zu LifePoints selbst. Dein Postfach wird also mit einem ganzen Haufen Umfragen verstopft, nichtsdestotrotz musst du dich ständig auf der Seite des Portals einloggen. Nachvollziehbarerweise kommt kein anderes Institut auf derart heitere Ideen …

Nach einigen Monaten gelegentlicher Teilnahme und mit den über tausend Punkten von vormals GlobalTestmarket hatte ich mir eine hinreichende Meinung über LifePoints bilden können und wollte eine Auszahlung beantragen. Leider konnte ich die Mailadresse, die ich normalerweise für PayPal nutze (nicht mein Account, da ich keine fragwürdigen Zahlungsdienstleister nutze), nicht angeben. Bei GlobalTestmarket gab es noch die Möglichkeit, eine Adresse für die Umfragen und eine für die Auszahlung zu nutzen – hier nicht. Notgedrungen wollte ich die Mailadresse ändern, doch das war nicht möglich. Mein Passwort, mit dem ich mich wenige Minuten zuvor eingeloggt hatte, war angeblich ungültig.

Also schrieb ich den Kundenservice an und bekam nach einigem Warten den wirklich sehr hilfreichen Rat, meinen Browser zu aktualisieren. Wenig überraschend hatte das keinen Effekt. Als Nächstes wurde ich auf eine Anleitung verwiesen – die nicht existierte. Dann wurde mir geraten, eine Woche zu warten, man behebe gerade den Fehler. Gleiches Ergebnis. Als nächstes sollte ich den Browser-Cache löschen. Nichts. Dann den Browser wechseln. Nichts. Schließlich enträtselte ich selbst, dass LifePoints im Gegensatz zu GlobalTestmarket offensichtlich nur Passwörter mit Sonderzeichen zulässt (warum ich mich trotzdem einloggen konnte, weiß der Geier). Nach Änderung des Passworts konnte ich nun zumindest eine Email-Adresse eintippen. Doch nun wurde diese nicht akzeptiert – ohne Begründung. Also wieder auf zum Kundenservice. Dieser aber antwortete mit den immer gleichen Standardsätzen in unterschiedlicher Reihenfolge.

Ergebnis: Wir tauschten innerhalb eines Monats mehr als 17 vollkommen sinnlose Mails aus, da der Support deren Inhalt offensichtlich gar nicht erst las. Schlussendlich kam ich auf die Idee, bei PayPal eine zweite Adresse anzugeben, um mich endlich auszahlen zu lassen. Und mein Profil zu löschen, kaum dass das Geld endlich eingetroffen war.

Fazit

LifePoints ist leider noch schlechter als seine Vorgänger. Der Support existiert faktisch nicht, weil die Antworten zwar gelegentlich (nicht immer) eintreffen, allerdings selten einen Bezug zur Frage aufweisen. Dazu ist der Lohn ein Armutszeugnis – im wahrsten Sinne des Wortes. Für 2,71 Euro pro Stunde arbeiten? Such dir lieber ein Institut, das seinen Mitgliedern etwas mehr Wertschätzung entgegenbringt!

 

 Meine Wertung:    Bewertung Sehr schlecht

 

Links zum Weiterlesen:

http://www.umfragen-portal.com/erfahrungen/lifepoints