Umfragen: Tricks bei der Vergütung

Jedes Umfrageinstitut wirbt mit fairer Vergütung – aber stimmt das auch? Tatsächlich existieren eine Reihe Tricks, um weniger zahlen zu müssen, idealerweise so, dass die Teilnehmer es gar nicht erst merken.

Vergütung verschleiern

Wie viel ist das noch mal in Euro? Seriöse Umfrageinstitute geben ihre Vergütung einfach in Euro an, direkt neben der Länge der Umfrage. Ob dabei ein akzeptabler Stunden(oder Minuten)-lohn herauskommen kann, lässt sich auf diese Art einfach ausrechnen. Das ist jedoch nicht immer gewünscht. Stattdessen nutzen viele Umfragen Punkte oder etwas Vergleichbares mit anderem Namen („Trendies“ oO). Das ist ok, solange die Umrechnung einfach ist (1 Cent = 1 Punkt), auch wenn natürlich trotzdem der Bezug zu echtem Geld geschwächt wird.

Es gibt jedoch auch Institute – beispielsweise Yougov (1 Cent = 5 Punkte), Hiving (1 Cent = 8 Punkte) oder Toluna (1 Cent = 40 Punkte – allerdings nur theoretisch) -, die eher kryptische Umrechnungsfaktoren ihr Eigen nennen. Je unübersichtlicher die Punkte, desto weniger siehst du durch, was du tatsächlich bekommst. Was viel aussieht, wird schon viel sein, oder? Einige Institute kalkulieren deine Bequemlichkeit ein und verschleiern, wie viel (beziehungsweise wenig!) sie in Wirklichkeit bezahlen.

Miniumfragen als Tricks

Die obengenannte Methode lässt sich gut mit dieser hier kombinieren: Kurze Umfragen, für die eine minimale Bezahlung erfolgt. Das deutlichste Beispiel hierfür ist Toluna: Das Institut bietet zwischendurch gerne einige, oft sogar Dutzende Umfragen an, die nur zwei bis drei Minuten dauern sollen. Die Vergütung beträgt 15-60 Punkte. Klingt ok, oder? Leider sind 15 Punkte weniger als ein halber Cent. Hochgerechnet auf eine Stunde sind das 450 Punkte und das wiederum sind 11 Cent. Für eine Stunde. Mehr möchte ich dazu gar nicht schreiben …

Gewinnspiele als Tricks

Eine weitere Methode, Geld einzusparen, ist das Ausloben von Gewinnspielen. Anstatt einer Vergütung gibt es dann Lose für einen Preis – meistens handelt es sich hierbei um Gutscheine von 5-10 Euro. Wie hoch die Gewinnchancen sind, wird nicht bekannt gegeben. Viele Umfrageinstitute vergeben solche Lose auch für Screen-Outs und ich kann nach knapp zehn Jahren Umfrageteilnahme berichten, noch niemals irgendetwas gewonnen zu haben. Daher mein persönlicher Rat: Solange du deinen Vermieter nicht mit Rubbellosen bezahlen kannst, verschwende deine Zeit nicht für Gewinnspiele – die Bezahlung für Umfragen ist auch so schon mies genug.

Zahl selbst!

Zu den besonders perfiden Tricks gehört es, den Umfrageteilnehmer für seine eigene Überweisung bezahlen zu lassen. Das machen insbesondere Umfrageinstitute, die nur PayPal anbieten. Das allein ist ein erheblicher Minuspunkt – immerhin ist der Zahlungsdienstleister in der Vergangenheit schon mehrfach dadurch aufgefallen, politische Ziele der USA zulasten der Konten seiner Mitglieder durchzusetzen. Einer der Kandidaten ist beispielsweise Panel Opinea.

Aber auch hier sticht Toluna hervor: Früher hat das Institut via Scheck ausgezahlt. Anstatt sich aber ein wenig zu internationalisieren (wozu genau schlagen wir uns noch einmal alle mit SEPA herum?) und Überweisungen anzubieten, bietet das Institut nunmehr ausschließlich PayPal an. Es dauerte nicht lange, dann wurde die Summe, bei der man eine Auszahlung beantragen kann, von 140.000 auf 145.000 Punkte erhöht – um die Unkosten von PayPal zu decken. Überwiesen werden nach wie vor 35 €. Kurz, jeder Teilnehmer muss für 5000 Punkte mehr arbeiten und da Toluna zudem sehr schlecht bezahlt, sind das ca. 45 Minuten …

Fazit

Leider ist Misstrauen bei Umfrageinstituten nicht fehl am Platz. Vor allem die bunten mit den markigen Sprüchen tun sich selten bei der Bezahlung hervor und nutzen stattdessen Tricks, die jeden Respekt vor ihren Teilnehmern vermissen lassen. Daher: Aufpassen, nachrechnen, nicht verarschen lassen!

Meine Wertung:     

 

Zum Weiterlesen:

https://de.toluna.com/